Geschichte oder: Wie es dazu kam

Unsere kleine Familie, meine Frau und unsere zwei Kinder Fiona 5 und Simon 2 Jahre alt machten im Sommer 2005 Ferien auf der Frutt. Aus nahe liegenden Gründen war der Aktionsradius mit so kurzen Beinchen eingeschränkt.
Da genügte das kleine Bachrinnsal wenige Meter hinter dem Ferienhaus um unsere Kinder vollauf glücklich zu machen. Und ebenso die Mutter zu beschäftigen, jeweils trockene Kleider und Schuhe in genügender Anzahl bereit zu halten.
Das Alter des „Warum“ unserer kleinen Tochter war ebenso angebrochen. Der kleine Spaziergang zum Fruttlädeli für den täglichen Bedarf, konnte sich, von den üblichen fünfzehn Minuten unschwer auf zwei Stunden ausweiten. Bis Papi alle Steine, Würmer, Schnecken, allfällig plattgefahrenen Fröschen und natürlich unzählige Blumen mit Namen versehen hatte.

Allerdings ergab sich eines schönen Tages ein Problem: „Papi, gestern hast Du dieser Blume anders gesagt!“ damit war nun Papi gefordert / überfordert.

Dank der freundlichen Unterstützung unseres Wohnungsvermieters, Sepp Imdorf konnte ich, nun ausgerüstet mit dem handlichen Büchlein von Elias Landolt „Unsere Alpenflora“ ordentlich und täglich gleich bleibend Pflanzennamen zuteilen, ob immer korrekt, bleibe allerdings offen. Später kam dann das Standard-Nachschlagewerk „Flora Helvetica“ dazu.

Die daraus entstandene Freude und das Interesse haben dazu geführt, dass gerüstet mit einer kleinen Nikon-Digitalkamera unzählige Blumenfotos in „Rufweite“ unserer gemieteten Ferienwohnung und schrittweise erweitertem Radius unserer spielenden Kinder, geknipst habe. In abendlichen Stunden und bei stürmischem Frutt-Wetter versuchte ich dann die schier unglaubliche Vielfalt in geordnete Bahnen zu lenken.

Eines Abends überraschte mich unser Hausvermieter am Laptop-Bildschirm. Er hatte genau so viel Freude wie ich an den bunten Blumenfotos. Auch er hatte bereits viele Fotos von seinen weiten Bergwanderungen. – So entstand gemeinsam die Idee dieser Web Side.

Durch die entscheidende Mithilfe von Jakob Schneller ergaben sich wesentliche Hinweise, wie die Vielfalt zu ordnen und die Blumen überhaupt fachlich adäquat zu fotografieren waren. Die Fotoauswahl von vielen tausenden Fotoversuchen bildet daher einerseits ein möglichst fachgerechte bestimmbare Aufnahme um die Blütenpflanze botanisch einzuordnen, andererseits und das schien uns wichtig, bleibt es das Abbild einer farbenprächtigen Blume die schlicht FREUDE bereiten soll.

Gut Ding will Weile haben, daher brauchten wir Zeit um eine erste Version zusammen zu stellen. Die Auswahl ist keineswegs abgeschlossen, wir sind am verbessern der Fotoqualität und ebenso auf der Suche nach weiteren, übersehenen Arten.

Heute wo die Beine unserer Kinder länger und der Entdeckungseifer wesentlich grösser geworden sind, haben sich nicht nur die Fragestellungen und der Ausflugsradius vergrössert. Nun heisst es Papa warum wächst diese Pflanze hier und an der anderen Talseite nicht? Nun gilt es die Fragen der verschiedenen Böden und Gesteine aufzuzeigen, nebenbei Fossilien aufzusammeln und vom Steinadler zum Wiesel, vom Alpensalamander bis zur Kreuzotter auch vieles Ander zu beobachten.

Küsnacht im Frühjahr 2011

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