Fragestellungen

Blütenpflanzen sind mit ihrer Blüte einerseits und durch die Jahreszeit andererseits an die Temperatur und Feuchtigkeit gebunden. Ebenso sind die Faktoren Frost und Trockenheit wesentliche Hindernisse für einen zweiten Blütenaustrieb.
Weshalb einzelne Pflanzen nur über längere Periodizität (z.B. Germer nur alle 3 bis 4 Jahre) Blütenstände austreiben ist unbekannt. In wieweit hier Botenstoffe zur Übermittlung in Luft, Erdstrahlung, Magnetismus, kosmische Strahlung etc. oder Pilzmyzel die notwendigen Informationen vermitteln, bleibt derzeit reine Spekulation. Festzustellen ist, dass kaum eine einzelne blühende Pflanze, ausserhalb der allgemeinen Blütezeit auf der gesamten Alp aufzufinden ist. Sogenannte Frühlingsblumen finden sich in der Mehrheit auch an Standorten von lang liegengebliebenen Schnee. Allerdings fehlen dann die typischen Frühlingsboten wie Krokus und Huflattich. Manche Blütenpflanzen verschwinden gänzlich nach ihrer Blüte, wenn aber keine Blüten zustande gekommen sind verbleibt die Pflanze gut sichtbar bis in den Herbst.
Die meisten Blütenpflanzen sind mehrjährig und absolut standorttreu. Ob und warum ein jährlicher Austrieb stattfindet ist unbekannt.
Es finden sich auf der Melchsee Frutt, an gewissen Standorten überraschend viele Albino-Arten.

Bei den samentragenden Arten werden vermutlich verschiedene Vogelarten mittels Kot zum Austreiben / -keimen gebracht. Es lässt sich heute erst gefühlsmässig sagen, dass seit verschiedene Baumarten aufgeforstet werden und deren Stochöhe mehr als ein Meter beträgt, wieder vermehrt Singvögel z.B. vom Melchtal her auftreten. Diese wiederum verteilen die anverdauten Samen mit ihrem Kot an verschiedenen Orten, Pflanzen der tieferen Alpregionen gelangen somit auf der Frutt zur Keimung.

Durch die sich verändernde Alp-Bewirtschaftung, werden einzelnen Gebiete stark, abrasiv Abgeweidet, Nischenplätze hingegen kaum mehr bestossen. Ebenfalls wird die Alppflege, z.B. abschneiden einzelner epidemisch sich verbreitenden Arten nur noch unsystematisch ausgeführt. Die früheren Not-Heu und Wildheu-Gebiete werden nicht mehr bewirtschaftet oder nun einfach beweidet. Eine Versämung von einzelnen Arten, die seit Generationen mitten in der Alpweidefläche in abgezäunten Not-Heu-Fläche möglich war, entfällt.

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